Bulldoggenzucht = Qualzucht?
Seitdem die Nachfrage nach Welpen der bulldogartigen Rassen, vor allem nach unseren „Franzosen“, durch regelmäßige Präsenz von Rasseporträts in vielen Hundezeitschriften, in den letzten Jahren so rasant angestiegen ist und sich dadurch viele Züchter ohne grundiertes Fachwissen und sorgfältige Auswahl der Zuchthunde als Welpenanbieter versucht haben und versuchen, geraten auch sehr viele „Gesundzüchter“ in die Kritik.
Denn man muss wissen, dass grundsätzlich jeder ein Züchter ist, der vorsätzlich Hunde verpaart und vermehrt. Durch die immense Nachfrage nach Bulldoggen der letzten Jahre und das doch überwiegend wirtschaftliche Denken vieler Züchter, diese Nachfrage zu decken, ist die Gesundheit und Vitalität der Rassen oftmals nicht mehr der oberste Grundsatz und das Zuchtziel gewesen. Folglich gibt es mittlerweile sehr viele mutierte und kranke Zuchtlinien und Hunde.
Zu Recht werden die Bulldoggen nun von der Öffentlichkeit, vor allem von Tierärzten, Wissenschaftlern, Kynologen und der Presse als Qualzucht kritisiert.
ALLE Züchter müssen sich rechtfertigen. Diejenigen, die massiv an der Misere der Krankzucht beteiligt waren und sind, kann man oftmals nicht zur Rechenschaft ziehen, da sie bei Kritik den Zwingernamen und Verein wechseln. Es wird ohne Verein und Zuchtauflagen gezüchtet oder es wird sich Verbänden / Vereinen angeschlossen, denen der gesunde Erhalt der Rassen ferner liegt als der Mond. Anstatt sich der Problematik zu stellen können sie so sehr lange Zeit unauffällig ihr Unwesen treiben.
Es liegt nun in der Hand der verantwortungsbewussten Züchter, alles Mögliche und Erforderliche zu tun, damit das seit langem schon drohende Verbot des Qualzuchtparagraphen 11 b nicht zur Anwendung kommt. Die Züchter stehen in der Beweispflicht und müssen alles tun, um das endgültige drohende Aus unserer Rassen zu verhindern. Sie müssen beweisen, dass es durch kontrollierte und durchdachte Zuchtwahl möglich ist und war, gesunde Hunde zu züchten. Die Züchter werden, können und wollen beweisen, dass wir durch unsere persönliche Einstellung und die Einhaltung strenger Zuchtauflagen den Weg zu einem gesunden und langlebigen Bulldog einschlagen haben. Die Züchter, egal welcher Vereinszugehörigkeit angehörend, müssen dieses Ziel mit intensiver Zusammenarbeit gemeinsam und kritischer Auswahl der Zuchttiere zusammen anstreben.
Wir Züchter sollten und dürfen nicht zusehen, wie unsere Rassen gesundheitlich in den Ruin getrieben werden. Es darf nicht sein, dass sich Liebhaber der Rasse, wie es neuerdings verstärkt geschieht, weiterhin als Qualzuchthundebesitzer beschimpfen lassen müssen. Züchten wir weiterhin mit Herz und Verstand und nicht nur nach Schönheit und Nachfrage und steht die Vitalität und Gesundheit jedes einzelnen Hundes und der Rasse an erster Stelle, dann wird es ihn auch in naher Zukunft wieder vermehrt geben. Den gesunden, vitalen und leistungsfähigen Bully.
Weitere Quellen:
Chris Jung Schwarzbuch Hund
Dr. Wegner Kleine Kynologie



