Toni

Französische Bulldogge - Toni sieht gesund aus

geb. 10.7.2007 Französische Bulldogge
(mit "zugesagten" FCI Papieren)

Als ich mir damals meine erste Französische Bulldogge zulegte, hätte ich nie damit gerechnet, was auf mich und vor allem den kleinen Kerl zukommen würde. Zunächst - optisch - ein kerngesundes und hübsches Bullybaby, erwies Toni sich schon im zarten Alter von fünf Monaten als zunehmend krankheitsanfällig. Es fing mit scheinbar harmlosen Schnarchgeräuchen an, die mich binnen weniger Wochen dazu brachten, den Tierarzt aufzusuchen. Es folgte - mit sieben Monaten - die erste Gaumensegel-Operation, wobei die betroffene Region gelasert wurde - ohne nachhaltigen Erfolg. Doch dazu komme ich später.

Ich zeige diese Bilder nicht gern, möchte trotzdem kurz an Tonis' Drama erinnern, das anschließend wegen seiner zahlreichen (ererbten) Keilwirbel auf uns zukam. Und er ist nach wie vor alles andere als gesund. Doch schaut selbst, Toni im letzten Frühjahr, mit 11 Monaten, zwei Wochen nach zwei großen Rückenoperationen in Gießen, nachdem ich ihn morgens komplett gelähmt aus dem Körbchen geholt hatte:

Französische Bulldogge mit Keilwirbel und Stauchhals

Diagnosen laut Tierärztlichem Bericht Justus Liebig Universität Giessen vom 13.05.2008:

Keilwirbelbildung C6-TH 11 mit Kompression (Quetschung) des Rückenmarks im Bereich TH 5-7 Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe) beidseitig.

Diagnosen laut Tierärztlichen Bericht Justus Liebig Universität Giessen vom 05.09.2008:
Gaumensegel hochgradig verlängert, fleischig vorgefallene Stimmtaschen stenotischer Nasopharyngealraum (verengter Nasenrachenraum) mit Schwellung der Weichteilstruktur.

14.5.2009: Röntgen/ MTR zeigt unter anderem: Deutlicher Verlust der nucleus pulposus (innerster, strukturloser Gallertkern der Bandscheibe) Signals aller abgebildeter Bandscheiben.

Bekannte Deformationen mit Keilwirbelformationen. Wegen der Rückenmarksentzündung erhält Toni nun alle sechs Wochen jeweils vier Chemospritzen.

Französische Bulldogge Keilwirbel OP Narbe

Anmerkung : Eine Keilwirbel OP ist nicht in allen Fällen möglich!!, je nach Grad der Ausprägung und Sitz. Der Eingriff ist zudem äußerst schwierig und mit vielen Risiken und hohem finanziellen Aufwand verbunden.

Wenn ich in Tonis verzweifelte Augen sehe, fällt es mir oft schwer, sein Leiden zu akzeptieren, da ich ihm so sehr die Gesundheit wünsche, die ihm in der Realität aber niemals wirklich beschert sein wird.

Toni ist nach wie vor alles andere als ein gesunder Bully. Die drei operierten Keilwirbel sind in Ordnung, aber er hat leider insgesamt eine komprimierte (zusammengepresste) Wirbelsäule, dadurch defekte Bandscheiben und zudem noch jede Menge Keilwirbeln an anderen Stellen.
Wenn er morgens aufsteht, kann er zunächst kaum laufen, geht wie ein Soldat im Stechschritt und eiert durch die Gegend. Was er aber komischerweise kann: kurze Sprinte einlegen, während derer er einwandfrei läuft. Und trotzdem: Durch die kaputte Wirbelsäule überkötet er ständig mit einer Pfote, weshalb er nicht über Asphalt laufen kann, da diese dann unter Umständen anfängt zu bluten. Wir halten ihn aus diesem Grund vorwiegend in Haus und Garten.

Im Herbst 2008 musste Toni zudem erneut an Gaumensegel, Nase und (ausgestülpten) Stimmtaschen operiert werden, wodurch er jetzt mit Hilfe von bronchienerweiternden Medikamenten eigentlich ganz gut leben kann. Die OP erfolgte, wie schon die Rücken-Operationen in Gießen, wobei man uns dort für die Atemgeschichte auch Leipzig empfohlen hatte. Doch das Schlimmste ist in Tonis Fall nach wie vor der Rücken, auch wenn er nach Aussage aller beteiligten Tierärzte keine Schmerzen hat. Und doch steht eines nach wie vor fest: Trotz aller Bemühungen und veterinärmedizinischen Forschritten wird Toni lebenslang unter den Folgen der unüberlegten Verpaarung seiner Eltern leiden müssen.
Französische Bulldogge Toni
Und: ja sicher hätte ich Toni längst schon einschläfern lassen können; eine Option, die mir angesichts der Schwere seiner Wibelsäulenerkrankung bereits im Mai 2008 in Aussicht gestellt wurde. Doch solange sein Leben - auch wenn er 'nur' ein Hund ist - nach Aussage von Fachleuten noch lebenswert ist, geben wir Toni nicht auf. Er wird bei uns bleiben und sein kleines Hundeleben leben, solange es für ihn gut ist. Und er genießt es, trotz allem!

Ich bin froh, dass diese schrecklichen Krankheiten im FEB/DHSU nicht tabuisiert, sondern öffentlich gemacht und vor allem angegangen werden.

Moni B.